Ideen für Gruppenstunden

VonJonas Wolf

Ideen für Gruppenstunden

Lichtspur zum Thema Frieden

Fackeln, Petroleumlampen, Laternen oder Blumentopfkerzen sowie die entsprechende Dunkelheit, ein überschaubares, großes Gelände und trockenes Wetter, sind die äußeren Bedingungen für die Lichtspur.
Die Bereitschaft der einzelnen Teilnehmenden (ab ca. 14 Jahre)

  • sich allein im Dunkeln auf den Weg zu machen
  • sich mit Texten und Gegenständen auseinander zu setzen und dies auf sich wirken zu lassen,

sind die weiteren, inneren Bedingungen für eine Lichtspur.

Es gibt keine festgelegte Spur.

Aber es hat sich als gut erwiesen, 8 – 10 Lichtstationen zu haben. Diese Lichter sollten soweit auseinander liegen, dass alle Beteiligten die Möglichkeit haben, die Spur alleine zu gehen. Die Beteiligten sollten sich unterwegs nicht treffen. Jeder geht erst – da ja auch in Sichtweite – zur nächsten Station, wenn diese frei ist.
Allein geht man, damit es möglich ist, zwischen den einzelnen Stationen, den Lichtblicken, mit dem Gedanken noch ein wenig zu wandern oder hinterherzuhinken. Geht man mit mehreren – gerät man leicht ins Schwätzen, will man sich sofort miteinander austauschen – oder man nimmt dem anderen die Gelegenheit, sich geistig mit dem Gesehenen und Gelesenen auseinander zu setzen.

Für welchen Kreis ist die Lichtspur möglich?

Für jeden, der die Bereitschaft mitbringt, sich darauf einzulassen.

Als praktische Tipps wären hier zu nennen:

Die Texte oder Gegenstände, die den Lichtern beigelegt werden, sollten dies auch aushalten können. Das heißt, ein teures Buch im feuchten Gras, ein einzelnes Zettelchen oder ein empfindlicher Gegenstand eignen sich nicht. Ein Vers auf einem Holzbrettchen geschrieben, ein Text mit Folie wasserfest gemacht, ein Bild/Foto durch einen Gegenstand ersetzt, sind an dieser Stelle sicher besser. Welcher Text und was für ein Gegenstand richtet sich nach dem Kreis der Teilnehmenden und nach euren Möglichkeiten.

Eine Lichtspur startet man …

versetzt. Nacheinander gehen diejenigen, die mitmachen wollen, auf den Weg. Genauso unterschiedlich sind sie dann damit fertig. Lasst eine Lichtspur am Lagerfeuer (Feuer als letztes Licht) enden. Gebt die Möglichkeit, den Gedanken noch eine Weile nachzuhängen. Gebt einen Raum der Stille.

Es gibt keine festgelegten Texte.

Zu jedem Licht kann ein Vers, ein Spruch, ein Bibelwort, ein Gedicht oder eine kurze Nachricht gelegt werden. Wenn dazu noch ein Bild oder ein passender Gegenstand gefunden wird, ist schon fast alles Äußere getan.

Was aber wollen wir mit der Lichtspur?

Ich glaube, die Lichtspur kann – oder besser ist eine Form der Meditation, die von Pfadfinderinnen und Pfadfindern erprobt, einen hohen Erlebniswert hat.
Die Sinn erschließende Meditation erfolgt im Wachbewusstsein … mit offenen Sinnen. Sie geht von Objekten und Ereignissen in meiner Umwelt, beziehungsweise meines Lebens aus. Die Lichtspur kann alle Gegenstände und Erlebnisse zum Inhalt des Meditierens machen. Als mögliche Ergänzung sehe ich die Worte – meditieren heißt:

  • ihnen ihren ursprünglichen Sinn wiedergeben,
  • sich von ihrem Sinn wieder erfassen und erfüllen lassen,
  • ihre Bedeutung für mich erfragen und ermessen,
  • mich von Worten tragen und bergen lasen.

Erst nach einer geraumen Zeit könnte man mit leisem Gitarrenspiel die Teilnehmenden wieder geistig in die Gruppe zurückholen. Das Gitarrenspiel sollte ein improvisiertes Spiel sein. Bekannte Lieder lenken ab – einige würden evtl. singen, wodurch andere Beteiligte abgelenkt würden. Wenn bei der Gruppe das Bedürfnis besteht, könnt ihr über die Eindrücke und Gedanken miteinander reden. Aber das sollte wiederum im freiwilligen Rahmen geschehen. Erwartet nicht die Gesprächsbeteiligung aller Spurläufer.

Als Beispiel hier einige Texte für eine Lichtspur zum Thema Frieden:
Auch die vorgeschlagenen Gegenstände sind nur als Beispiel zu sehen und vor Ort ergeben sich möglicherweise – je nach eigenen Materialien – andere Gegenstände.

 

„Ich bin der Meinung, dass mein Leben der Gemeinschaft gehört und dass es ein Privileg ist, solange ich lebe, alles für sie zu tun: Ich möchte völlig verbraucht sein, wenn ich sterbe, denn je schwerer ich arbeite, desto mehr lebe ich. Das Leben ist mir keine „kleine Kerze“. Es ist eine Art glorreiche Fackel, die ich einen Augenblick lang in Händen halte, und ich möchte, dass sie so hell wie möglich brennt, bevor ich sie an die nächste Generation übergebe.“
Georg Bernhard Shaw
Als Gegenstand, der zum weiteren Nachdenken motiviert, könnte hier ein Bild mit vielen Menschen liegen.

 

 

Wir, die wir die Konzentrationslager überlebt haben, erinnern uns an Menschen, die durch die Lager gingen, andere trösteten und ihnen ihr letztes Stück Brot gaben. Sie sind der lebende Beweis dafür, dass man einem Menschen alles nehmen kann, nur seine letzte Freiheit nicht, sich in jeder Situation zu entscheiden, wie er sich verhält.
Viktor Frankel

Ein Stück Brot auf einem Blechteller.

 

Lasst uns ab heute ein neues Gesetz des Zusammenlebens aufstellen: Versucht, immer etwas netter als nötig zu sein.
Sir James M. Barrie

Als Symbol könnte eine Blume liegen.

 

Wir sind zwar auf verschiedenen Schiffen angekommen, aber jetzt sitzen wir alle im selben Boot.
Martin Luther King jr.

Signalflaggen – Semaphor

 

Ich halte an meinen Idealen fest, denn ich glaube trotz allem noch immer daran, dass die Menschen tief im Herzen gut sind.
Anne Frank

Ein Foto mit Kindern oder ein Foto, wo deutlich geholfen wird.

 

Wenn jemand zu dir kommt und dich um Hilfe bittet, sage nicht: „Vertraue auf Gott. Er wird dir helfen.“ Handle stattdessen, als ob es keinen Gott gibt und du der Einzige bist, der helfen kann.
Zaddik

Ein schwerer Rucksack oder eine prall gefüllte Tasche.

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