Anspiel Gewalt hat viele Gesichter

VonJonas Wolf

Anspiel Gewalt hat viele Gesichter

Vorbereitungen:
Vier Jugendliche basteln sich einfache Masken für die Aktion zum Beginn des Gottesdienstes.

Vier Jugendliche (möglichst paritätisch besetzt) treten mit unterschiedlichen Masken auf, sie kommen langsam und schweigend durch den Mittelgang und stellen sich im Altarraum auf.
Sie sprechen nacheinander ernst und deutlich die folgenden Sätze, wobei darauf geachtet wird, dass Sätze, die Mädchen betreffen, auch von einer weiblichen Stimme gesprochen werden.

Gewalt ist …
… wenn jemand zusammengeschlagen wird.
… wenn du nicht sagen darfst, was du denkst.
… wenn du was essen musst, was du nicht magst.
… wenn du nichts zu essen kriegst.

Wenn Bücher verbrannt werden …
Wenn Waffen sprechen …
Wenn du dich als Mädchen nachts nicht auf die Straße traust …
Wenn du „nur zum Spaß“ jemandem Angst machst …

… auch das ist Gewalt

Danach gehen die Vier langsam durch den Mittelgang nach hinten zurück, die Gemeinde singt während dessen das Taizé-Kyrie.
Nach einer kurzen Stille kommen die Jugendlichen jetzt ohne Masken zurück, stellen sich wieder auf und sprechen die nächsten Sätze:

Unser Alltag ist weniger gewaltsam …
… wenn du dich selbst liebst.
… wenn du gute Freunde hast.
… wenn in der Gemeinschaft niemand ausgegrenzt wird.
… wenn Dicke einfach dick sein dürfen.
… wenn ich ein Recht auf Arbeit habe.
… wenn ich nicht um jeden Preis arbeiten muss.
… wenn Schule nicht immer nur Leistung misst.
… wenn du öfter mal deine Meinung sagst.

Wenn du als Junge auch mal Schiss hättest …
Wenn du dich als Mädchen frühzeitig wehren würdest …
Wenn nicht jede Provokation mit einem Gegenschlag beantwortet würde…
Wenn mehr Menschen Mut zum Widerspruch hätten …

…dann hätte Gewalt keine Chance.

Vor den nächsten Sätzen fassen die Vier sich an den Händen.

Gewalt wird weniger …
… wenn du selbst kräftiger wirst.
… wenn du etwas mehr verwirklichst, was du willst.
… wenn du nicht immer hinter der Mehrheit herläufst.
… wenn du deine Kraft einsetzt, damit weniger Gewalt ist.
… wenn mehr hin-gehört und weniger hin-gelangt wird.
… wenn mehr hin-gesehen und weniger hin-gerichtet wird.

Die Vier sprechen gemeinsam:

Gewalt ist Ausdruck von Schwäche.

Kraftvoll gegen Gewalt arbeiten – das ist Stärke.

Kurze Stille, in der die Jugendlichen zurück zu ihren Plätzen gehen.

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